Donnerstag, 19. November 2009

Drei einfache Licht-Setups!

Irgendwann gehen viele Fotografen enthusiastisch den Schritt vom "On-camera-flash" zum entfesselten Blitzen. Viele nutzen dann zunächst die ETTL-Funktion der Kamera bzw. der Blitze und erleben eine enorme Erweiterung ihres Horizontes. Aber viele gehen noch etwas weiter und kaufen sich dann Funkauslöser für ihre Kompaktblitze um auch manuell blitzen zu können, was Vorteile aber auch Nachteile bieten kann. Hier gibt es übrigens eine Übersicht über die gängigsten Funkauslöser.

Die meisten von Euch besitzen dann zunächst ein Set aus einem oder zwei Funkauslösern, mit denen es zu arbeiten gilt.

Deswegen möchte ich heute mal drei Lichtsetups vorstellen, mit denen jeder mit ein bzw. zwei Blitzen (egal ob ETTL oder manuell) tolle Ergebnisse erzielen kann.

1. Das "Ein-Blitz"-Setup.
Das einfachste aller Setups: Ein einziger Blitz wird auf das Model gerichtet. In der Regel befindet sich der Blitz z.B. auf einem Stativ, kann aber auch in der Hand gehalten werden. Im 45°-Winkel zu der betreffenden Person ergeben sich sehr gute Ergebnisse. Man sollte zusätzlich darauf achten, dass der Blitz etwas erhöht gegenüber dem Gesicht des Models steht, damit das Licht zumindets etwas von oben kommt - das wirkt natürlicher (dem normalen Licht nachempfunden, dass wir gewöhnt sind) und macht schönere Schatten. Je nach Lichtmodellierung (nackter Blitz, Schirm, Softbox, Snoot...) lassen sich unterschiedliche Lichtcharakteristika erzeugen.

Das ganze ist einfach, geht schnell und ist gerade für den Anfänger eine tolle Sache! Nicht viel falsch zu machen :-) Übrigens: je nachdem, wie weit der Hintergrund entfernt ist, wird er unterschiedlich stark von dem Licht mit angeleuchtet und wird so unterschiedlich hell/dunkel.

Man kann zusätzlich - insbesondere, wenn man outdoor fotografiert - auch das vorhandene Licht zusätzlich noch mit einbeziehen, aber da sind wir schon fast beim zweiten Setup.


2. Die "Lichtzange"

Meiner Meinung nach eine ganz tolle Idee für ein Lichtsetup. Man verwendet wie im 1. Setup einen Blitz als Hauptlichtquelle zur Ausleuchtung des Gesichts und einen zusätzlichen Blitz auf der anderen, gegenüberliegenden Seite des Models - also in der Regel von schräg hinten. Damit kann man den Kopf des Models schön beleuchten und ein nettes Streiflicht in den Haaren, im Gesicht oder auch an den Körperrändern erzeugen, und das Model etwas vor dem Hintergrund freistellen.




3. Der "Schmetterling"

Ein weiteres Lichtsetup ist ebenso einfach wie genial: Man nimmt wieder einen Blitz und richtet ihn auf das Model aus. Gerade, wenn das Licht von direkt oberhalb des Gesichts kommt, ergeben sich gute Ergebnisse. Als "zweite Lichtquelle" wählt man aber nun keinen weiteren Blitz sondern einen Reflektor, den man z.B. direkt außerhalb des Bildfeldes unterhalb des Models platziert. Dieser mildert die Schatten des Blitzes ab und es ergibt sich ein toll ausgeleuchtetes Foto insbesondere von Gesichtern.


Natürlich kann man die Lichtsetups auch noch miteinander komnbinieren. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bildaufbau - bewusst, intuitiv oder Zufall?

"Derrière la gare Saint-Lazare", Paris, 1932, Copyright Henri CARTIER-BRESSON


Auf dem obigen Foto sieht man einen Mann, der gerade von einer Leiter über das Wasser springt. Der Moment der Anspannung (Wohin springt der Mann, wenn der den Bildrand verlässt? Was passiert, wenn er in die Pfütze springt?) ist exakt getroffen. Es gibt mehrere Wiederholungen im Foto: Der Mann spiegelt sich im Wasser genau so wie die Figur auf dem Plakat an der Wand im hinteren Bildbereich und beide haben auch noch die gleiche Körperhaltung. Die Ringe im Wasser wiederholen sich durch die Wellen, die durch den Sprung ausgelöst worden sind. Außerdem gibt es viele Hell-Dunkel-Kontraste, die sich gut ergänzen. Wie ist Cartier-Bresson dieses Foto gelungen? War es Zufall oder fotografisches Können?
Ein Zitat: "Der viel zitierte „entscheidende Moment“, der Cartier-Bresson häufiger und eindringlicher gelang als anderen Fotografen, ist in den seltensten Fällen nur ein zufälliger Schnappschuss. Bei Cartier-Bresson verbindet sich ein klares visuelles Konzept mit einem sehr persönlichen Blick. Er sucht das existentiell Menschliche und legt ebenso großen Wert auf einen klar strukturierten Bildaufbau – intuitiv und bewusst zugleich. Seine Aufnahmen der frühen 30er Jahre zählen bis heute zu den originellsten und einflussreichsten Werken der Fotografie-Geschichte."

Henry Cartier-Bresson ist ein Beispiel für einen Fotografen, der ausgeprägt "Streetfotografie" betrieben hat. Seine Bilder sind vielen von uns bekannt durch ihre Einzigartigkeit, und vor allem ihren Bildaufbau.

Ich stelle mir oft die Frage, wenn ich Fotos anderer Fotografen betrachte, wie ein bestimmter Bildaufbau zustande kommt. Hat der Fotograf genau diesen einen Moment abgewartet, um genau in der richtigen Sekunde abzudrücken und "den entscheidenden Moment" zu erwischen? Hat er das bewusst getan oder intuitiv - ohne zu überlegen - weil er eben vielleicht das fotografische Auge hat, die einzigartige Begabung? Oder könnte man im Nachhinein auch feststellen, dass eventuell dieses eine Foto nur zufüllig so entstanden ist? Hat der Fotograf vielleicht 10 Filme verschossen und das beste Foto genommen und veröffentlicht?

Bei vielen Fotos wird man wahrscheinlich niemals herausfinden können, wie es wirklich war. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem, aus Begabung, Erfahrung, Intuition, Beherrschung der Technik und ein wenig Zufall oder Glück.

Aber interessant ist die Fragestellung schon, oder?

Bildfehler?

Auf dem Foto oben, dass ich im Sommer 2008 geschossen habe, sieht man gleich zwei "Bildfehler": Zum einen findet Ihr unten im Bild einen grünlichen Lens Flare und zum anderen in den Ecken eine Randabdunklung, die von der Benutzung zweier Filter auf dem Weitwinkelobjektiv kommt. Ich hätte die auch wegstempeln können, habe es aber einfach übersehen :-)

"Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht." – Andreas Feininger

Dieses Zitat von Andreas Feininger hat mich vor längerer Zeit schon dazu gebracht, über die Frage nachzudenken, wie wichtig mir persönlich eigentlich Bildfehler sind.

Derer gibt es ja bekanntlich viele. Sie können technisch bedingt sein oder durch den Fotografen hervorgerufen. Ein paar Beispiele: Rauschen, Vignettierung, Staubflecken auf dem Sensor, Fehlbelichtung, rote Augen, stürzende Linien, Hotpixel, chromatische Abberation, Blooming, Lens flares oder die einfache Unschärfe.

In diversen Internetforen über die Fotografie finden sich Unmengen an Leuten, die stundenlang über Bildfehler diskutieren, Testfotos von Backsteinwänden machen, Testcharts fotografieren, um ihren Backfokus von 2,0mm näher herauszuarbeiten usw. Wollen wir das wirklich?

Geht doch einfach raus und macht geile Bilder!

Somit habe ich schon vor längerem für mich beschlossen, dass Bildfehler bei mir persönlich nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ist ein Foto toll, begeisternd oder emotional, dann stört mich eine geringe Unschärfe oder ein Bildrauschen einfach nicht. Das Ganze hat natürlich gewisse Grenzen. Ein Foto muss natürlich qualitativ in Ordnung und darf nicht verhunzt sein. In diesem Falle sollte man es doch vielleicht still und heimlich in den Weiten der Festplatte verschwinden lassen...

Mein Foto oben vom Sonnenuntergang im Wattenmeer hat es bei Flickr-Explore immerhin auf Platz 98 geschafft - trotz der Bildfehler :-)

Noch ein Zitat zum Thema:

"Der Sinn einer Kamera ist nicht, glatte und unverrauschte Pixelmengen mit bester Schärfe in den Rändern zu produzieren, sondern B I L D E R!" - Jürgen Denter

Wie seht ihr das Ganze?

Donnerstag, 24. September 2009

Strobist´s "Lighting 101" auf deutsch: Hier!

Nicht ganz ohne Stolz kann ich sagen, dass die deutsche Übersetzung von David Hobbys Anleitung zum entfesselten Blitzen "Lighting 101" fertig ist. Warum ich darauf stolz bin? Weil ich selber mit einem großen Teil an der Erstellung der Übersetzung beteiligt war.

An dieser Stelle sei noch einmal auf Strobist.com hingewiesen, DIE Webseite zum Thema entfesseltes Blitzen, die mit viel Mühe und Zeitaufwand von David Hobby erstellt wurde und die natürlich nicht nur die englische Originalversion von "Lighting 101" bietet, sondern zusätzlich hunderttausend Informationen zum Thema Fotografie mit "Off-Camera-Flash", viele Tipps und Tricks, Videos etc. Ich habe selber soviel dort gelernt und meine Kenntnisse verbessert, dass es mir ein wichtiges Anliegen war, an der Übersetzung mitzuarbeiten.

Hier gibt es nun also "Lighting 101" auf deutsch.

Und hier geht es zu dem Post auf Strobist.com, in dem die deutsche Version veröffentlicht wurde.

Viel Spaß damit und allzeit gutes Licht!

Retro-Charme mit der Polaroid 600



Auf einem Flohmarkt habe ich wie im vorherigen Post schon erwähnt, eine alte Polaroid 600 erworben. Ich war mir erst nicht sicher, ob sie funktioniert, aber der Vorbesitzer hat mir versichert, dass sie bis zur letzten Benutzung ohne Probleme funktioniert hätte. Aber auf Flohmärkten ist das ja so eine Sache... Da ich aber nur 4 Euro dafür bezahlen sollte, war es mir das Risiko wert.

Zu Hause angekommen machte ich mich mit der Kamera vertraut, klappte das Oberteil aus, öffnete den Einschub für den Film etc.

Sodann musste nun ein Film her! Im Internet bin ich natürlich fündig geworden. Die Produktion von Polaroidfilmen wurde ja kürzlich bei abnehmenden Verkaufszahlen eingestellt und die Firma Polaroid konzentriert sich vermehrt auch auf die digitale Technik. Es gibt aber wohl Planungen, dass ab 2010 wieder Filme vertrieben werden. Unter http://www.polaroidfilm-kaufen.de/ findet man z. Zt. aber Restposten eigentlich aller Polaroid-Filme. Die Kosten sind allerdings nicht unerheblich: Für einen 600er Film muss man etwa 20 Euro berappen, was den Spaß an der Freude etwas mildert. Ich bestellte trotzdem zwei 600er Filme und erhielt prompt nach ein paar Tagen die Lieferung. Film eingeschoben, die schwarze Klappe weggeworfen - und fertig!

Ein Film liefert 10 Farbfotos im Format ca. 8x8cm, die Entwicklung benötigt etwa drei Minuten und das der Film ASA 640 hat, wusste ich bisher auch noch nicht. Die Filme, die man heute bekommt, befinden sich alle kurz vor dem Ablaufdatum, wobei man im Allgemeinen der Meinung ist, dass die Filme (unter guten Lagerungsbedingungen) mindestens ein bis zwei Jahre länger verwendet werden können.

Nun musste mein Sohn als Modell herhalten. Beim ersten Foto hatte ich die Einstellung der Schärfe natürlich auf Entfernung gestellt, daher die Unschärfe. Polaroidfotos sehen doch irgendwie "alt" aus, sie sind eigentlich immer irgendwie unscharf, kontrastarm und die Farben wirken blass und unnatürlich. Aber es ist doch unbestritten sehr bestechend, sofort nach dem Auslösen ein fertiges Bild in den Händen zu halten, was man sich ansehen und anderen zeigen kann! Das ist doch irgendwie mehr wert, als eine digitale Datei am PC, oder? Darauf begründet sich auch der oben erwähnte Begriff "Retro-Charme"...

Interessante Polaroid-Aufnahmen gibt es zum Beispiel bei Flickr über die Suchfunktion, oder beim Flickr-Mitglied pola_land.

Ein wenig "Retro": Faszination Analoge Fotografie


Megapixel, digitaler Sensor, DSLR, CMOS, Histogramm, Crop-Faktor, Live View...

Wir leben im digitalen Zeitalter der Fotografie - ganz klar!

Aber es gab auch mal andere Zeiten.

Als ich noch jünger war, gab es noch keine digitalen Kameras. Ich erinnere mich noch an die kleine "analoge Automatikkamera", die ich mit auf die Klassenfahrt und in den Urlaub genommen habe, um einige Schnappschüsse als Erinnerungen zu machen. Ich erinnere mich noch an Filme, an das Einlegen und Zurückspulen und das Abgeben beim Fotogeschäft zum Entwickeln...

Und ich erinnere mich noch genau an die tolle Polaroid-Kamera von meiner Tante, die nach dem Fotografieren so schön losbrummte und die ganze Familie gespannt auf den Schlitz schaute, aus dem danach das Foto erschien, welches dann herausgezogen, in der Luft gewedelt und zum Erwärmen angehaucht wurde. Alles kleine Tricks, damit es sich schneller entwickelte und man es mit Staunen betrachten konnte.

Da diese Erinnerungen immer noch relativ präsent bei mir sind, habe ich mich kürzlich auf diversen Flohmärkten umgesehen und einige schöne Kameras "von früher" gefunden.
Darunter befindern sich unter anderem:
  1. Das Highlight: Eine Mamiya RB 67 Mittelformat-Kamera mit zwei Objektiven, dem Mamiya Sekor 90/3.8 und dem Mamiya Sekor 127/3,8, sowei einem Gossen Lunasix
    Belichtungsmesser.

  2. Eine Polaroid 600.

  3. Zwei analoge Spiegelreflexkameras: Eine Praktika LTL mit Innenbelichtungsmessung und Abblendtaste, einem Pentacon 50/1.8, einem 200/4 und einem Porst 135/2.8 und eine Minolta X300 mit einem Minolta 50/2, einem Tokina 35-70/3.4-4.8 sowie einem Vivitar 2x Telekonverter.
Und noch einige weitere Kameras, z.B. die oben abgebildete "Perfekta" und eine "OGA".
Ich habe vor, mich mit der analogen Fotografie in der näheren Zukunft zu beschäftigen und zu fotografieren. Man wird gezwungen, sich intensiv mit der Technik zu beschäftigen, weil man z.B. bei der Mamiya alle Einstellungen an der Kamera manuell vornehmen muss. Daraus kann man nur lernen - auch für die digitale Fotografie. Ein Thema, dass mich z.B. sehr interessiert, ist die Streetfotografie. Und eine analoge Kamera mit Schwarz-Weiß-Film ist doch ideal dafür!

Später mehr dazu in loser Reihenfolge!

Dienstag, 22. September 2009

Henry Wessel - Photographs in Wolfsburg


Fotos: Henry Wessel

Die Städtische Galerie Wolfsburg im Schloß Wolfsburg zeigt vom 31. August 2009 bis zum 03. Januar 2010 ca. 160 Fotografien von Henry Wessel, einem amerikanischen Fotografen, der vor allem in den 1960ern Fotografien erstellte, die im Bereich Natur und Zivilisation einordnen lassen. Neben Fotos aus Las Vegas finden sich viele Eindrücke aus den amerikanischen 1960er Jahren, direkt und schnörkellos dargestellt, die einen interessanten Blick in die Vergangenheit zeigen.

Die Ausstellung lohnt sich aus meiner SIcht auf jeden Fall, wobei mir der Fotograf vorher nicht bekannt war. Mir persönlich gefallen die Fotos "Oklahoma, 1975", "Nightwalk Nr. 55", "Santa Monica 1989" am besten, aber auch viele andere.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, sollte vorher allerdings wissen, dass ich die letzte Ausgabe des handsignierten Bildbandes mit den Fotos der Ausstellung bekommen habe :-)




Freitag, 18. September 2009

Spontanes Babybauch-Shooting

Tanja ist schwanger - und wollte ganz spontan ein paar Fotos von sich und ihrem Babybauch. Erst habe ich ein paar Bilder mit "On-Camera-Flash" gemacht und später noch einige mit dem Blitz von der Seite im ETTL-Modus, wobei viele davon überbelichtet sind. Das muss ich nochmal näher ergründen, woran das liegt. Der Blitz wurde übrigens vom werdenden Vater in der Hand gehalten.






Freitag, 17. Juli 2009

Umgang mit Farbfolien Teil 1

Umgang mit Farbfolien, Teil 1

Eine weitere Bereicherung in der Blitzlichtfotografie sind Farbfolien. Diese können aus verschiedenen Gründen verwendet werden:

1. Farbiges Licht ins Foto werfen.

2. Weißabgleich ausgleichen.

3. Sonnenuntergänge imitieren.


Wie geht das nun?

Insbesondere die Firma Lee bietet hier Farbfolien an. Es gibt im Internet einen kleinen Block mit hunderten von kleinen Farbfolien in allen Variationen, der eigentlich als Anschauungsobjekt dienen soll. Früher war der mal umsonst, jetzt kostet er irgendwie ein paar Euro (ich glaube 3.50€). Der Vorteil: Die Folien sind zwar sehr klein, reichen aber für die Verwendung am Kompaktblitz vollkommen aus.

Der meiner Meinung nach wichtigste Filter ist der "Lee 204" oder auch im Englischen "Full CTO"-Filter (CTO = Color Temperature Orange. Diese orangefarbene Folie ist enorm wichtig, um den Weißabgleich von Kunstlicht auszugleichen, z.B. in der Partyfotografie. Und man kann damit wie oben schon erwähnt einen Sonnenuntergang imitieren, auch wenn die Sonne gar nicht scheint. Mehr dazu später im Teil 2...

Jetzt wird es praktisch: Hier gibt es vom DForum (s.u.) eine Schablone für den Canon 580EX und hier für den EX430 zum Download. Da kann man seine Folie einfach auflegen und ausschneiden, dann passt sie später genau in den Blitz. Die kleine, überstehende Kante knickt man ein und steckt sie in den Schlitz unter der Diffusor-Klappe am Blitz - rutscht nicht raus, weht nicht weg: Perfekt!


Praktisches Vorgehen:

Nun ein praktisches Beispiel: Ihr seid auf einer Party und es herrscht sehr gedämpftes Kunstlicht. Wenn ihr mit dem available light arbeiten würdet (was aber wegen der Dunkelheit nicht geht), würdet Ihr den Weißabgleich auf Kunstlicht stellen und die Kamera korrigiert die Farbe, damit das Foto schön aussieht und keinen Farbstich hat. Fertig!

Wenn nun aber - wie zu empfehlen - ein Blitz eingesetzt wird, dann kommt das Blitzlicht zusätzlich mit seiner Farbtemperatur in das bereits korrigierte Foto und das sieht dann wiederum nicht schön aus. Daher setzt Ihr nun die orange Lee204-Folie vor Euren Blitz. Diese korrigiert die Farbtemperatur des Blitzlichtes ebenfalls korrekt, so dass Ihr ein perfekt farbkorrigiertes Foto erhaltet. Einfach oder?

Schwierig wird es nur, wenn in einem Raum Tageslicht, Kunstlicht und Fluoreszierendes Licht gemeinsam vorkommen. Dann kann man ja ein Schwarz-weiß-Foto machen :-)

Weiteres zu den Themen "Farbe ins Bild bringen" und "Sonnenuntergang imitieren" später (Teil 2)!



Links:

http://www.dforum.de/

http://www.lee-filters.de/

http://strobist.blogspot.com/2006/03/lighting-101-using-gels-to-correct.html

http://www.benniwolf.de/lee-filter-fur-meinen-blitz

http://www.amazon.de/Lee-Farbfolie-Musterheft-Designer-Edition/dp/B001NWJW58/ref=sr_1_1/275-5262984-9014344?ie=UTF8&s=ce-de&qid=1247824588&sr=8-1

Leuchtende Nachtwolken


Leuchtende Nachtwolken


Leuchtende Nachtwolken oder im Englischen "Noctilucent Clouds" bzw. NLC´s sind ein in den Sommermonaten auftretendes Phänomen. Man kann sie in Richtung Norden als leuchtende faserige Wolken. Die meisten Sichtungen in Mitteleuropa gibt es von Anfang Juni bis Ende Juli.
Letztendlich handelt es sich dabei um Ansammlungen von Eiskristallen in der Höhe von etwa 80 km. Sie befinden sich in der Atmosphäre im Bereich der sogenannten "Mesopause", in der das absolute Temperaturminimum der Erdatmosphäre erreicht wird.


Aufgrund ihrer großen Höhe können sie auch nach Sonnenuntergang von der schräg unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt und damit zum "Leuchten" gebracht werden. Sie werden sichtbar, wenn die Sonne zwischen 6° bis 16° unter dem Horizont steht. Das Licht der Sonne wird dann von den Leuchtenden Nachtwolken noch reflektiert, während der Himmel sonst bereits fast dunkel ist. Ihre Färbung hängt vom Sonnenstand ab und kann von gelb bis silbrig-perlmuttartig reichen. Am häufigsten leuchten sie aber bläulich.


Früher gab es dieses Phänomen nur in nördlichsten Gebieten zu sehen, z.B. in Alaska, Kanada, Finnland, Norwegen usw. In den letzten Jahren "wandern" die NLC´s aber auch immer öfter in unsere Regionen.


Unterscheiden muss man NLC´s z.B. von normalen Zirruswolken. Dies gelingt durch Sichtung typischer Muster, die die NLC´s aufweisen, wie faserartige Strukturen usw.


Am 13. Juli 2009 waren im Raum Wolfsburg zwischen 22.45 und 23.20 Uhr NLC´s in direkter nördlicher Richtung zu sehen: