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Sonntag, 17. Januar 2010

Mal was anderes...

Irgendwie ist es ja schon so, dass "Mann" hinter der Kamera steht und "Frau" vor der Kamera. In den meisten Fällen ist das wahrscheinlich auch gut so :-) Aber ich möchte ja gerne meine fotografischen Fähigkeiten erweitern und deswegen habe ich mir überlegt, auch mal einen Mann zu fotografieren. Glücklicherweise hat mir ein befreundetes (weibliches) Model einen Freund empfohlen, der hobbymäßig modelt. Nach einer kurzen Kontaktaufnahme kam ein Shooting in seinem Heim-Studio mit dem Ziel, Low-Key-Fotos zu machen, zustande.

Ich war erstaunt: Mit einer relativ bescheidenen Blitzanlage (2x 120Ws mit Softboxen und einem Snoot) kamen doch recht gute und brauchbare Fotos zustande.




Zum Setup des Fotos in braun: Ich habe einen Blitz mit einer Softbox verwendet, um das Model anzuleuchten und den zweiten, um auf den braunen Hintergrund eine Art Spot zu bringen. Ein goldener Reflektor auf der rechten Seite macht noch etwas wärmer, damit es "sommerlicher" aussieht.

Dann sind noch die beiden folgenden Fotos entstanden:





Danke, Markus, für das tolle Posing!

Samstag, 6. Juni 2009

Das Beste aus einem Workshop herausholen!


Im Zeitalter der digitalen Spiegelreflex-Fotografie kommt es immer mehr "in Mode", dass Besitzer einer Kamera Workshops besuchen. Schaut man in die Model-Kartei oder in die Fotocommunity, findet man unzählige Angebote für Workshops - sicherlich auch bei jedem in der Nähe. Denn nach dem Kauf einer Kamera und dem Lesen von zahlreichen Büchern, möchte man ja jetzt etwas in der Praxis lernen und umsetzen.

Um das Beste aus einem Workshop heraus zu holen, sollten einige Dinge beachtet werden - egal ob man Einsteiger oder ambitionierter Hobbyfotograf ist.


1. Den richtigen Workshop aussuchen

Zunächst muss man sich entscheiden, welchen Workshop man für geeignet hält. Landschaft? Makro? Portrait? Fashion? Oder gar Akt? Diese Entscheidung muss natürlich jeder anhand seiner Vorlieben individuell für sich treffen.

Es gibt aber auch diverse Punkte zu beachten. Wer leitet den Workshop? Handelt es sich hierbei um ausgewiesene Fotografen, die langjährige Erfahrung in dem angebotenen Thema haben? Oder um Scharlatane, die schnelles Geld machen wollen? Man lese sich das Angebot genau durch: Wie lange dauert der Workshop? Ist der Preis okay? Wird Equipment gestellt? Was muss ich mitbringen? Und vor allen Dingen: Wie viele Teilnehmer gibt es pro Gruppe bzw. pro Model? Große Probleme können entstehen, wenn sich ein Workshop z.B. zum sogenannten "Rudelschießen" entwickelt, d.h. 10 Fotografen auf ein Model "losshooten". Dann kommt beim Model Stress auf, da es nicht mehr weiß, in welche Kamera es gerade schauen muss. Letztendlich entstehen so keine schönen Fotos. Man achte also auf kleine Gruppen.

Eine besondere Frage ist: Was versprechen mir die Workshopleiter? Ein Workshop kann so aussehen: Der Leiter baut die Kamera auf, stellt das Stativ auf, richtet die Blitzanlage aus und sagt dem Model was es tun soll. Danach darf jeder mal seine Kamera auf das Stativ setzen und abdrücken. Was kommt heraus? Tolle Fotos. Lerneffekt? Null bis mäßig. Ein guter Workshopanbieter wird deswegen die Teilnehmer vorher informieren, dass unter Umständen keine oder nur wenige gute Fotos entstehen, aber die Teilnehmer etwas lernen!

Eine gute Idee wäre z.B. nach Teilnehmern zu suchen, die bereits an dem Workshop teilgenommen haben und kurz Kontakt aufzunehmen, um live herauszufinden, wie die Qualität des Workshops gewesen ist.


2. Die Ausrüstung fit machen

Es klingt banal, aber: Ist der Akku dabei? Und der Ersatzakku? Und sind die Akkus auch geladen? Hast Du genug Speicherkarten dabei? Es wäre doch schrecklich, wenn Du mitten im Workshop feststellst: Model da, Wetter toll, Workshop läuft, Speicherkarte voll...

Ist eine Ersatz-Kamera notwendig? Habe ich die passenden Objektive eingesteckt? Das Blitzgerät (und die Akkus dafür)? Ein Laptop?

Ein Vertrag über die Nutzungsrechte der Fotos darf nicht fehlen, um später Ärger aus dem Weg zu gehen.

Alle diese Fragen sollten VOR dem Workshop und nicht WÄHRENDDESSEN geklärt werden.



3. Die Ausrüstung kennen

Wenn der Theorieteil beendet ist und das Model von der Visagistin vorbereitet wurde geht es los. Jetzt kannst Du zeigen, was Du kannst. Aber, so´n Mist: Wo war doch gleich der Weißabgleich? Welche ISO soll ich nehmen? Wo geht der Blitz nochmal an? Schlechte Vorbereitung führt zu schlechten Fotos. Und wenn Du stundenlang an der Kamera herumspielst, freut sich weder das Model, noch die anderen Workshopteilnehmer - schließlich wollen die ja auch Fotos machen, klar? Also, nutze den Vorabend und geh alles nochmal durch!

4. Aufmerksam, bescheiden und mutig sein

Höre den Workshopleitern zu! Sei konzentriert und ausgeschlafen, dann bekommst Du alle Informationen mit. Benimm Dich bescheiden! Prahle nicht damit, dass Du schon einen ganz tollen Workshop bei XY hattest, gib nicht mit Deinem 70-200mm/2.8 IS für 1500€ an. Sei bescheiden und gebe Dein Bestes, sei nett zu Deinen Lehrern und zu Deinen anderen Teilnehmern - dann sind sie auch nett zu Dir. Wenn Du vorgibst, alles schon zu wissen, haben die Leiter des Workshops keinen Spaß mehr, Dir noch etwas beizubringen, nicht wahr?

Nutze die Zeit - schließlich bezahlst Du dafür! Löcher die Leiter des Workshops, schau, wie es die anderen Teilnehmer machen. Sei nicht ängstlich und fotografiere, was das Zeug hält - bis zum Schluss. Dann gehst Du als neugeborener Fotograf wieder nach Hause!


5. Sei nett zum Model

Während Du nur Deinen Zeigefinger am Auslöser bewegst, hat das Model viel mehr zu tun. Posen, Blicke, Bewegungen und Haltungen kosten Anstrengung und Konzentration. Also behandele das Model nett, sei freundlich und höflich und freu Dich, dass sich jemand zur Verfügung stellt, damit Du ihn fotografieren darfst! Und vor allem: Nerve das Modell nicht mit Technik-Kram. Die meisten Models (wenn sie nicht gerade selber fotografieren) interessieren sich nicht dafür. Für eine gelegentliche Pause hingegen schon.

Außerdem freut sich das Model möglicherweise auch, wenn Du etwas Interesse an seiner Person zeigst und nicht nur am Äußeren. Frag doch mal nach, wie es ihm geht, was es sonst so macht, ob es noch weitere, eigene Ideen hat. Ein gewisser persönlicher Kontakt mag Deine Fotos verbessern!



Wenn Du alle diese Punkte beachtest, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Viel Spaß bei Deinem Workshop!

Dienstag, 18. November 2008

Buchrezension Nr. 1: "Heute schon geblitzt?"


Diese Buchrezension ist auch als Gastartikel auf http://kwerfeldein.de/ erschienen. Hier ist der Direktlink.

Heute schon geblitzt?

Autor: Dirk Wächter mit Unterstützung von Canon
2. überarbeitete Auflage August 2008
DFORUM-Verlag 2008
Hardcover, 160 Seiten
340 farbige Abbildungen und Grafiken
Preis: 24,90 €


Einleitung
„Heute schon geblitzt?“. So lautet der Titel des im August 2008 in der 2. Auflage neu erschienenen Buches von Dirk Wächter, bekannt als erfolgreicher Webmaster des
DForums im Internet. Den Titel als Frage zu formulieren ist sicherlich eine tolle Idee. Sogleich fragen sich viele interessierte Fotografen von Euch, ob und wie sie eigentlich in der Praxis blitzen – und müssen dann erstaunt feststellen, dass das Thema Blitzen eigentlich für viele ein rotes Tuch ist. Aber Glück gehabt: Euch kann mit diesem Buch geholfen werden. Das Buch richtet sich meines Erachtens vor allem an Anfänger bzw. Fortgeschrittene. Der „Profi“ unter euch mag sich beim Lesen möglicherweise etwas unterfordert fühlen.

Wächter schreibt selber in seinem Buch, dass das Thema Blitzen „oft falsch eingeschätzt, oberflächlich beschrieben und negativ bewertet wird“. So, oder ähnlich dachte ich vor dem Lesen dieses Buches auch. Um diese Missstände zu beseitigen, soll das vorliegende Buch dienen. Ihr als Leser sollt nach der Lektüre nicht nur fotografische Grundlagen gelernt oder wiederholt haben, nein, ihr sollt zusätzlich wichtige Punkte in Bezug auf die Blitzlichtfotografie beherrschen lernen und erkennen, dass mit der Verwendung von Blitzlicht euer Horizont in der Fotografie deutlich erweitert werden kann und ihr noch mehr Spaß beim „Abdrücken“ haben könnt.

Inhalt
Also los: Was steht nun drin, im Buch? Im ersten Kapitel werden, wie oben schon erwähnt, die fotografischen Grundlagen dargestellt: Was sind eigentlich Licht, Brennweite, Blende und Schärfe? Wie macht man eine Belichtungsreihe und den korrekten Weißabgleich? Anschließend folgen die wichtigsten Grundlagen zur Blitzlichtfotografie mit Canon-Kameras. Ihr wisst nicht, was die Begriffe Schlitzverschluss, Blitzsynchronzeit, Verschlussvorhang, Highspeedsynchronisation und E-TTL bedeuten? Dann mal auf zum Lesen – hier findet ihr die Antworten!

Im Weiteren werden die einzelnen Canon-Systemblitzgeräte (wer meint, dass hier auch ein wenig Werbung für Canon dahinter steckt, mag nicht ganz falsch liegen), aber auch Zubehör anderer Hersteller vorgestellt, wie Vorsätze, Softboxen, Reflektoren u.a.
Jetzt geht es aber ans Eingemachte! Endlich Fotopraxis! In den weiterführenden Kapiteln könnt ihr euch endlich von der Vielfalt der kreativen Möglichkeiten der Blitzlichtfotografie begeistern lassen. Es werden die Besonderheiten des Blitzens in den verschiedenen Automatik- und manuellen Modi näher erklärt und anhand von vielen mitreißenden Bildern der Bildautorencrew authentisch verdeutlicht. Schwierige Fälle, wie Mischlichtsituationen, Sportfotografie mit Blitz und Fotografieren mit Blitz in der Dunkelheit werden hier genauestens erörtert, wie auch das Blitzen in der Natur- oder Konzertfotografie.


Zum Schluss runden noch zwei Kapitel das Buch ab. Das vorletzte Kapitel ist dem Blitzen mit mehreren Geräten (Master-Slave-Modus) gewidmet und ganz am Ende werdet ihr noch auf die Situationen hingewiesen, bei denen ihr den Blitz dann doch lieber sicher eingepackt in der Fototasche lasst.

Zur Übersicht noch einmal das Inhaltsverzeichnis:

  • Fotografische Grundlagen
  • EOS-spezifische Grundlagen
  • Blitzmethoden
  • Blitzgeräte
  • Blitzen in verschiedenen Programmen
  • Kreatives Blitzen in der Fotopraxis
  • Blitzen mit mehreren Geräten
  • Es muss nicht immer Blitz sein

Aufbau und Layout

Das Buch liegt gut in der Hand. Die Kapitel sind sinnvoll angeordnet und bauen letztendlich aufeinander auf. Die Texte sind passend gegliedert, nicht langatmig und flüssig zu lesen. Es gibt viele Grafiken und Tabellen zur Verdeutlichung, kleine Hinweisfelder am Rand, die Wichtiges hervorheben und über das gesamte Buch verteilt finden sich viele ausgezeichnete Fotos mit allen wichtigen Aufnahmedaten, die euch - genau wie mir – sofort Lust machen werden, Kamera und Blitzgerät in die Hand zu nehmen und das neue Wissen in die Praxis umzusetzen.


Pluspunkte

Insgesamt eine gelungenes Buch zur Blitzlichtfotografie, dass keine Fragen offen lässt und mit vielen Punkten überzeugt. Es ist meiner Meinung nach sein Geld wert. Pluspunkte: Stabiles Hardcover, ansprechendes Layout, viele tolle Fotos und Grafiken sowie Tipps und Tricks für die Alltagspraxis. Zusammenhänge werden verständlich erklärt. Kann sowohl zur interessanten Lektüre, als auch zum regelmäßigen Nachschlagen dienen.

Minuspunkt

Einziger Nachteil: Das Buch bezieht sich in vielen Punkten auf die Arbeitsweise der Kameras und Systemblitzgeräte von Canon. Produkte andere Hersteller werden im Buch nur ausnahmsweise erwähnt. Wenn Ihr also beispielsweise mit dem Nikon-, Olympus-, Pentax- oder Sony-System oder anderen arbeitet, sind viele Passagen für Euch einfach nicht zu gebrauchen. Dennoch lässt sich selbst dann noch vieles Neues zur Blitzlichtfotografie lernen.

Zusammenfassung

Ich persönlich habe viele neue Erkenntnisse beim Lesen gewonnen. Ich sehe das Thema Blitzlicht nicht mehr nur als Anhängsel, sondern ich weiß jetzt, dass ich meine kreativen Fähigkeiten dank des Blitzens enorm erweitern kann. Ich weiß, dass ich mit einem Blitz überaus kreativ sein kann und dadurch merklich bessere Bilder machen kann. Und zu guter letzt stelle ich fest, dass mir das Ganze auch noch extrem viel Spaß macht! Ich kann die Eingangsfrage also positiv beantworten: Heute schon geblitzt? Ja!