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Montag, 9. März 2009

Buchrezension Nr. 6: "At work" von Annie Leibovitz


"At Work" von Annie Leibovitz

Autor: Annie Leibovitz
Gebundene Ausgabe
240 Seiten
Verlag: Random House UK (23. Oktober 2008)
Sprache: Englisch

Einleitung

Ich habe lange überlegt, ob ich mir dieses Buch zulegen sollte, da ich nicht genau wusste, was mich erwarten würde, hab es dann aber schlussendlich getan - und habe es nicht bereut.

Wenn man das Buch zum ersten Mal in den Händen hält, ist man gleich positiv überrascht: Der großzügig gestaltete Einband ist sehr schwer und stabil und aus einer Art Leinenüberzug, der einem ein angenehm wertiges Gefühl vermittelt. Die weißen Seiten sind dick, lassen sich gut blättern und das Layout ist einfach und schön. Die Bilder vielen Fotos im Buch sind relativ klein, dafür bekommen sie jeweils eine ganze Seite. Insgesamt ein toller optischer Eindruck.

Ich habe das Buch in der englischen Originalversion erworben und es war das erste Buch, das ich seit Längerem auf Englisch gelesen habe, trotzdem muss ich sagen, dass ich es mit meinen "Englisch-Leistungskurs"-Kenntnissen von vor 15 Jahren noch gut und zügig lesen und verstehen konnte. Also kein Problem bei normalen Englischkenntnissen, würde ich sagen.
Die Autorin Annie Leibovitz ist bereits seit 4 Jahrzehnten im Fotogeschäft und ist bekannt geowrden durch die Arbeit bei "Rolling Stone" und "Vanity Fair". In den letzten Jahren fotografierte sie viele berühmte Persönlichkeiten, so z.B. die Queen, die Rolling Stones, John Lennon kurz vor seinem Tod, Nicole Kidman, Sean Connery und viele andere. Ganz aktuell findet eine Ausstellung ihrer Werke in Berlin statt. Also hingehen! Gerüchte sind bekannt geworden, dass Leibovitz zur Zeit Pleite ist.

In diesem Buch "At work" gibt sie viele, ganz persönliche Rückblicke auf ihr Leben und vor allem ihre Arbeit im Fotogeschäft, ihre Anfänge, Entwicklung, Eindrücke bei ihren Shootings, ihre Meinungen über Portraitfotografie und vieles mehr.

Inhalt

Nach einer Einführung darüber, wie sie zur Fotografie kam geht es weiter: Jedes Kapitel im Buch beschreibt im Prinzip Annie Leibovitz persönliche Erfahrungen bei einem Shooting. Hier geht es um berühmte Personen, niemand Geringeren als Mick Jagger, Demi Moore, O.J. Simpson, die Queen, Whoopi Goldberg, Steve Martin, Hillary Clinton und Barack Obama - die Liste ist lang und Annie Leibovitz hatte sie alle vor der Kamera. Dies spricht eindeutig für sie. Es werden vor allem ihre Gedanken und Eindrücke geschildert, ihre Probleme und ihre Sichtweise. Es kommt toll rüber, wie sie an ihre Aufträge heran ging und tief in sie involviert wurde, beispielsweise bei einem mehrwöchigen Auftrag über die Konzerttour der Rolling Stones, bis ihr dann nach einem Konzert "das" Foto von Mick Jagger in einem Fahrstuhl gelang. Der Leser fühlt sich live dabei und die Fotos verdeutlichen das Geschriebene.

Insgesamt gibt es viele Bereiche der Fotografie, in die Annie Leibovitz eingedrungen ist. Fotoreportagen für Zeitschriften, Mode- und Portraitfotografie und sogar Kriegsfotografie. Dem Leser bietet sich ein interessantes Buch mit vielen Facetten.

Inhaltsverzeichnis

1. Prologue
2. Nixon´s resignation
3. The Rolling Stones
4. John and Yoko
5. Conceptual pictures
6. Advertising
7. Al Sharpton
8. Arnold Schwarzenegger
9. Dance
10. Demie Moore
11. Performance
12. Peak performance
13. War
14. O.J. Simpson
15. Imprompto
16. Patti Smith
17. Fashion
18. Nudes
19. Groups
20. Presence and charisma
21. Being there
22. My mother
23. Sarah
24. Susan
25. Hollywood
26. The Queen
27. The Process
28. The road west
29. Equipment
30. Ten most asked questions
31. Publishing History
32. Chronology
33. Acknowledgments

Pluspunkte

Tolles Äußeres, gut zu lesender Text, ansprechende Fotos in einem perfekt durchdachten Layout, ein gut am Stück zu lesender (englischer) Text mit vielen Blicken hinter die Kulissen der Fotografie machen das Buch zu einem Erfolg.

Minuspunkte

Die Sprache ist nunmal Englisch. Wer keine überaus guten Kenntnisse hat, kann Probleme beim Lesen bekommen. Es gibt keine Tipps und Tricks über Ausrüstung, Technik, Lichtführung usw. Wer sowas möchte, ist hier sicher nicht ander richtigen Adresse.

Zusammenfassung

Ein sehr persönlicher Rückblick auf ein Leben im Fotogeschäft, insbesondere auf viele interessante Shootings diverser Persönlichkeiten, sowie Gedanken über die Fotografie/Portraitfotografie - so könnte man das Buch zusammenfassen. Absolut lesenwert, hoch interessant und sein Geld wert!

Dienstag, 17. Februar 2009

Buchrezension Nr. 5: "Digitale Fotopraxis: Menschen & Portrait"


Digitale Fotopraxis: Menschen & Portrait.


Inklusive Nachbearbeitung mit Photoshop (auf DVD)

Autoren: Cora und Georg Banek

Gebundene Ausgabe: 345 Seiten

Verlag: Galileo Press

Auflage: 2. aktualisierte Auflage, November 2007

Sprache: Deutsch

Preis: 39,90 €




Einleitung

In einer Buchrezension bei Amazon steht, dass es sich bei diesem Buch um ein "Muss" für Portraitfotografen handelt, die ehrgeizig Menschen fotografieren wollen. Da kann ich mich vorbehaltlos anschließen. Das Buch richtet sich in meinen Augen an Hobbyfotografen und nicht an Profis oder blutige Anfänger. Der Profi sollte wissen, was in diesem Buch geschrieben steht und für den Anfänger stehen erstmal die Grundlagen und der Umgang mit der Kamera im Vordergrund; auf diese Themen wird hier (bewusst) nicht näher eingegangen. Dafür erfährt man beim Lesen alles über Portraitfotografie: Grundlagen, Arten von Portraits, Bildaufbau, Nutzung gestalterischer Elemente, Studiofotografie, Bildbearbeitung und vieles mehr.

Die beiden Autoren C. und G. Banek sind seit Jahren im Foto- und Grafikdesigngeschäft, geben Schulungen und sind unter http://www.banek.de/ zu finden.


Inhalt

Dieses Buch handelt das Thema Portraitfotografie umfassend ab. Es gibt dutzende Tipps und Tricks zum besseren Fotografieren von Menschen. Man findet auf fast allen Seiten moderne und farbige Fotos der Autoren, die gefallen und zum Fotografieren anregen. Man bekommt einen Rundumblick, der bei der Ausrüstung beginnt, bei Technik, Bildaufbau sowie -gestaltung halt macht und zum Schluss bei der Nachbearbeitung der Fotos endet. Es wird über Bildformat, über Schnitt, Bildaufbau und Linienführung gesprochen, bis hin zu Bewegungen, Licht und Farben. Alles wird verständlich beispielhaft dargestellt und erläutert, so dass man davon ausgehen kann, dass jeder aus diesem Buch einen Profit schlagen kann.

Zu Beginn geht es gleich erstmal um die Selbsteinschätzung: Wo stehe ich, was kann ich? Es folgen weitere Gedanken zum Thema Bewertung: Wer beurteilt eigentlich meine Fotos? Sind die Kommentare von Freunden oder dem Lebenspartner wirklich immer neutral? Auch der richtige Umgang mit dem Modell kommt nicht zu kurz. Weiter geht es damit, den Leser dorthin zu bewegen, seine Fotos "bewusst" zu gestalten, Tiefe zu erzeugen, das passende Format zu wählen, Lichtführung, Unschärfe einsetzen...

Auch bei der Nachbearbeitung der Fotos wird anhand von Beispielen aufgezeigt, wie man das Beste aus seinen Ergebnissen herausholen kann, ohne die Bearbeitung zu übertreiben (RAW-Entwicklung, Retusche, Archivierung usw.).

Am Ende runden sechs Berichte über echte Shootings der Autoren das Buch ab. Lebensnah wird geschildert, wie die Autoren vorgegangen sind, wie man an das Modell geraten ist, welche Probleme es gab und wie improvisiert werden musste.


Inhaltsverzeichnis

Grundlagen. Vor dem ersten Portrait

Inhalt. Ein Mensch wird zum Motiv

Form. Das Bild bewusst gestalten

Technik. Das Shooting gründlich vorbereiten

Nachbearbeitung. Ein zweiter Schaffensprozess

Themen. Die Facetten des Portraits

Praxis. Sechs Konzepte für sechs Shootings.

Anhang. Was sonst noch wichtig ist.



Pluspunkte

  • schönes, stabiles Hardcover

  • gute, anregende Fotos (schwarz-weiß und farbig)

  • sinnvoller Aufbau

  • auch als Nachschlagewerk geeignet

  • umfangreiche Informationen und Hintergrundwissen

  • "praxisnah und lebensecht" (z.B. sind viele Fotos aus dem "Baustrahler"-Studio)

  • DVD mit über 60 Minuten Video-Tutorials zur Bildbearbeitung mit Photoshop inklusive

  • Preis erscheint mir angemessen

Minuspunkte

  • das Thema Fotostudio/Lichttechnik kommt mir persönlich etwas zu kurz

  • die DVD ist nur an Photoshop-Besitzer gerichtet

Zusammenfassung

Insgesamt ein absolut gelungenes Buch, das jedem Portrait-Fotografen (oder solchen, die es werden wollen) zu empfehlen ist. Praxisnah, aktuell, übersichtlich und erfrischend! Hier gibt es für Unentschlossene eine sehr umfassende Leseprobe.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Buchrezension Nr. 3: "Der entscheidene Moment" von Joe McNally



"Der entscheidene Moment"
Ein Weltklasse-Fotograf packt aus

Autor: Joe McNally
1. Auflage, August 2008
244 Seiten
Softcover
Verlag: Addison-Wesley, München


Einleitung

Anfänglich habe ich mit mir gehadert, ob ich ich die knapp 40 Euro ausgeben soll, um mir dieses Werk zuzulegen. Nach Sichtung der Vorschau bei Amazon fand ich die Bilder nicht extrem berauschend und die Texte irgendwie zu kurz. Es klang eher wie eine Selbstdarstellung des Autors. Irgendetwas hat mich dann doch bewogen, zuzugreifen.

"The Moment it Clicks" lautet der Titel der originalen englischen Version. Die freie Übersetzung ins deutsche "Der entscheidene Moment" könnte eine Anspielung auf Cartier-Bressons 1952 aufgestellte Theorie der Fotografie des „entscheidenden Moments“ sein. Entweder man erwischt ihn - oder auch nicht! McNally hat jedenfalls viele entscheidende Momente festgehalten und zeigt einige davon in seinem Buch - und das sehr überzeugend!

Joe McNally ist ein international bekannter Fotograf, der seine Arbeiten schon in Sport Illustrated, Time und National Geographic veröffentlicht hat.


Inhalt

Im Vorwort bekommt man von keinem geringeren als Scott Kelby die Idee des Buches erklärt, dass "3-Säulen-Modell": Jeweils ein Foto (die erste Säule) ist in eine Doppelseite integiert mit einer kurzen Geschichte zur Entstehung (zweite Säule) und einem Tipp für den Leser (dritte Säule). Dieses Konzept funktioniert und gibt dem Buch das gewisse Etwas! Letztlich kann man sagen, dass es tatsächlich die Absicht dieses Buches ist, dem Leser Tipps für die Fotopraxis zu geben. Und viele dieser Tipps sind (zumindest für mich) sehr hilfreich!

Es geht los mit "Bringen Sie Ihre Kamera an ungewöhnlich Orte." Klingt irgendwie banal, ist aber natürlich von extremer Wichtigkeit. Wer will schon das eigene Wohnzimmer sehen? "Achten Sie auf die kleinen Motive" ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, da hierzu ein Bild der geschundenen, wunden Füße einer Balletttänzerin gehört - nicht schön, sondern eher hässlich, aber dafür erzählt es eine Geschichte über ein Leben voller Schmerzen, Sieg und Niederlage.

Viele Geschichten im Buch drehen sich um das Licht, das Arbeitswerkzeug des Fotografen. "Man muss das Licht schmecken. Und wenn man Licht so sieht, ist es wie Erdbeeren mit Sahne" und "Wenn etwas interessant aussehen soll, darf man es nicht komplett ausleuchten" sowie "Nehmen Sie den Blitz von der Kamera", sind nur einige Tipps, auf die man beim Lesen stolpert und die in die Tiefe gehend "beleuchtet" und immer mit einem Bild nahe gebracht werden. Es sind vor allem kleine Punkte, die man zwar weiß, aber manchmal noch nicht vollständig realisiert hat; nun beim Lesen aber plötzlich versteht.

Achtung: Es handelt sich um Tipps für die Praxis, für das tägliche Fotografenleben. Man wird keine Bildbearbeitung, keine Kamerabesprechung und kein Setup finden, wie McNally seine Blitze aufgestellt hat.

In diesem Buch setzt McNally seine Erfahrungen ein, um den fotografischen Blick zu schärfen und gibt dann detaillierte Anleitungen, eigene Bildideen umzusetzen. Seine atemberaubenden Illustrationen inspirieren und lehren dabei gleichzeitig.

Inhaltsverzeichnis

Das Buch ist in vier große Kapitel aufgeteilt auf die am Ende noch mehrere kurze folgen.

- Kapitel 1: Mit Leidenschaft fotografieren
- Kapitel 2: Immer in die Kamera schauen
- Kapitel 3: Die Logik des Lichts
- Kapitel 4: Irgendetwas reflektiert immer
- Joes Licht-Tipps
- Joes Kameratasche
- Joes Blitzlichtausrüstung
- An der Bar

Pluspunkte

Mir liegt ein tolles Buch vor, mit vielen, guten Fotos und ehrlichen, interessanten Geschichten. Wie oben schon erwähnt, gibt es einen ganzen Sack voll nützlicher Tipps und Tricks für das eigene Dasein als Fotograf. Das Buch ist geprägt von McNally Leben für die Fotografie, ein Leben hinter der Kamera. Es bringt uns Lesern das Fotografieren als Faszination näher und macht einfach Spaß!


Minuspunkte

Das Kapitel "Joes Licht-Tipps" enthält viele Tipps, die jedoch alle schon in irgendeiner Form vorher im Buch aufgetaucht sind, hier wiederholt sich Einiges. Zweitens erscheint mir der Preis etwas zu hoch gegriffen, ein paar Euro weniger hätten es m. E. auch getan.

Zusammenfassung

"Seien Sie nicht so ernst". Dies könnte Joe McNallys Lebensmotto sein, wenn man sein Leben und seine Arbeiten etwas verfolgt. Er ist immer lustig, gut gelaunt und für einen Spaß oder einen außergewöhnlichen Fotoauftrag zu haben. Diese Begeisterung für die Fotografie kommt in diesem Buch ohne Wenn und Aber rüber - in den Bildern, den Texten und zwischen den Zeilen. Nach anfänglichem Zögern bin ich heilfroh, dass ich dieses Buch gekauft habe. Ich hatte eine tolle Zeit damit, habe mich erfreut daran und vieles gelernt! Meine Vorbehalte haben sich in keinster Weise bestätigt! Eine absolute Empfehlung von meiner Seite!

Man darf sich auf sein nächstes Buch freuen: "The Hot Shoe Diaries: Creative Applications of Small Flashes", dass wohl Anfang 2009 im Februar erscheinen wird.


Zum dem Artikel passende Links:
Eine weitere lesenswerte Buchrezension: Kwerfeldein
Sehenswert: Joe McNally Blog

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Buchrezension Nr. 2: "Digitale People- und Portraitfotografie"


Digitale People- und Portraitfotografie


Autor: Friedrun Reinhold
1. Auflage 2007
Verlag: Mitp, Edition ProfiFoto
Hardcover, 304 Seiten
Preis: 39,95 Euro

Einleitung
Das Buch "Digitale People- und Portraitfotografie" von Friedrun Reinhold, einem vielfach ausgezeichneten Fotografen, ist mir im Internet bei einer Buchsuche zum Suchbegriff "Portrait" auf dem Monitor erschienen. Die äußere Aufmachung war sehr ansprechend, das Inhaltsverzeichnis auch (Technik für das Studio, professionelle Beispielbilder, Einblick ins Business), und so bestellte ich es mir.



Inhalt
Der Aufbau des Buches ist zwei Teile gegliedert: Teil A bietet viele Informationen über das Portraitfoto-Business und Teil B zeigt, in neun Kapitel gegliedert, viele farbige Fotos des Autors mit Tipps, Tricks und Informationen zur Aufnahme.

Anfangs werdet ihr vom Autor gefragt, warum ihr eigentlich fotografieren wollt, was dazu führt, dass ihr über euer bisheriges und in der Zukunft geplantes Tun und Wirken einmal nachdenkt. Es folgt eine typische Woche im Leben eines Fotografen, die Einblicke aufzeigt, wie anstrengend der Beruf sein kann.

Im "Business"-Kapitel werden wichtige Fragen erörtert: Der richtige Standort des eigenen Studios, Urheberrecht, allgemeine Geschäftsbedingungen, Angebotspalette, Pass- und Bewerbungsfotos,

aber auch die Preisstruktur für ein Studio anhand von Beispielen.

Durch den zweiten Buchteil kann man schön hindurch blättern und sich Ideen holen. Eine Feststellung kommt immer wieder zwischen den Zeilen hindurch: Machen Sie mit Ihren Fotos das Besondere, erzählen Sie eine Geschichte und zeigen Sie mit den Bildern Lebendigkeit und Freude!


Inhaltsverzeichnis

Teil A: Alles rund um das Portraitfoto-Business


  • Kapitel 1: Was ist ein digitales Portrait?

  • Kapitel 2: Aufnahmetechnik

  • Kapitel 3: Lichttechnik

  • Kapitel 4: Printtechnik

  • Kapitel 5: Die Computertechnik

  • Kapitel 6: Das Business

  • Kapitel 7: Hochzeitsfotografie

  • Kapitel 8: Marketing

  • Kapitel 9: Selbstmanagement

Teil B: Fotos und ihre Technik


  • Kapitel 10: Kinder und Familien

  • Kapitel 11: Beautyportraits

  • Kapitel 12: Akt und Erotik

  • Kapitel 13: Männerportraits

  • Kapitel 14: Doppelportraits

  • Kapitel 15: On Location

  • Kapitel 16: Ein Tag am Strand

  • Kapitel 17: Businessportraits

  • Kapitel 18: Künstlerportraits

  • Kapitel 19: Menschen aus der Stadt

Anhang



Pluspunkte
Das Buch als Hardcover macht optisch Einiges her, ist stabil. Das schöne Äußere, der Titel und das interessante Inhaltsverzeichnis regen Euch, die Ihr Interesse an der Portraitfotografie habt, zum Kaufen an.

Ihr erhaltet beim Lesen viele kleine und größere, mehr oder weniger nützliche Tipps und Tricks, sowie weiterführende Informationen über das Portraitbusiness und das "Drumherum" dieses Jobs. Viele Informationen sind mit Fotos ausgeschmückt, die Beispiele zeigen und Ideen vermitteln.

Eine weitere Besonderheit, die nicht unerwähnt bleiben soll, ist der Humor des Autors, mit dem er Euch als Leser in seinen Bann zieht und das ein oder andere Mal zum Schmunzeln bringen wird. Die Kapitel lassen sich deswegen schön entspannt genießen.

Insbesondere beim Business-Teil bekommt man viele Informationen, beispielsweise im Bereich Marketing: Wie kann ich Werbung für mein Studio machen? Welche Sonderaktionen sind machbar? Wie gehe ich mit Kunden um? Welche rechtlichen Punkte muss ich beachten?

Abgerundet werden die Kapitel mit einigen Zitaten zur Fotografie.

Im Anhang findet ihr noch einige Schmankerl, wie Modelagenturen, Beispielverträge, sehenswerte Websites, Fotofestivals und Messen.


Minuspunkte
Einige Themen kommen meiner Meinung nach zu kurz. In den Kapiteln "Aufnahme-", "Licht-" und "Printtechnik" stellt der Autor etwas dürftig seine Kamerasysteme und Blitzanlagen vor. Dies kommt mir fast ein wenig wie Werbung vor. Es fehlen m. E. kreative Hinweise und Tipps, welche Fallstricke ich beachten muss und wie ich am kreativsten arbeiten kann.

Insgesamt fehlt es mir persönlich etwas am Inhaltlichen. Die Fotos im Buch sind qualitativ sehr gut, aber das zu vermittelnde Wissen ist in meinen Augen etwas dürftig. Ob dieses Buch geeignet ist für den Berufs-Portraitfotografen, möchte ich hiermit kritisch hinterfragen, genauso, ob es für den angehenden Berufsfotografen, der die Eröffnung eines Studios plant, ausreichend ist.


Zusammenfassung
Insgesamt hat sich die Investition in dieses Buch für mich gelohnt. Ich habe einige Einblicke in das Leben eines Berufs-Portraitfotografen gewinnen können und für mich einige Ideen aus dem Text und den Bildern herausgezogen. Ich hätte mir allerdings tiefer gehende Informationen gewünscht und mehr Vorschläge für die Praxis.

Dienstag, 18. November 2008

Buchrezension Nr. 1: "Heute schon geblitzt?"


Diese Buchrezension ist auch als Gastartikel auf http://kwerfeldein.de/ erschienen. Hier ist der Direktlink.

Heute schon geblitzt?

Autor: Dirk Wächter mit Unterstützung von Canon
2. überarbeitete Auflage August 2008
DFORUM-Verlag 2008
Hardcover, 160 Seiten
340 farbige Abbildungen und Grafiken
Preis: 24,90 €


Einleitung
„Heute schon geblitzt?“. So lautet der Titel des im August 2008 in der 2. Auflage neu erschienenen Buches von Dirk Wächter, bekannt als erfolgreicher Webmaster des
DForums im Internet. Den Titel als Frage zu formulieren ist sicherlich eine tolle Idee. Sogleich fragen sich viele interessierte Fotografen von Euch, ob und wie sie eigentlich in der Praxis blitzen – und müssen dann erstaunt feststellen, dass das Thema Blitzen eigentlich für viele ein rotes Tuch ist. Aber Glück gehabt: Euch kann mit diesem Buch geholfen werden. Das Buch richtet sich meines Erachtens vor allem an Anfänger bzw. Fortgeschrittene. Der „Profi“ unter euch mag sich beim Lesen möglicherweise etwas unterfordert fühlen.

Wächter schreibt selber in seinem Buch, dass das Thema Blitzen „oft falsch eingeschätzt, oberflächlich beschrieben und negativ bewertet wird“. So, oder ähnlich dachte ich vor dem Lesen dieses Buches auch. Um diese Missstände zu beseitigen, soll das vorliegende Buch dienen. Ihr als Leser sollt nach der Lektüre nicht nur fotografische Grundlagen gelernt oder wiederholt haben, nein, ihr sollt zusätzlich wichtige Punkte in Bezug auf die Blitzlichtfotografie beherrschen lernen und erkennen, dass mit der Verwendung von Blitzlicht euer Horizont in der Fotografie deutlich erweitert werden kann und ihr noch mehr Spaß beim „Abdrücken“ haben könnt.

Inhalt
Also los: Was steht nun drin, im Buch? Im ersten Kapitel werden, wie oben schon erwähnt, die fotografischen Grundlagen dargestellt: Was sind eigentlich Licht, Brennweite, Blende und Schärfe? Wie macht man eine Belichtungsreihe und den korrekten Weißabgleich? Anschließend folgen die wichtigsten Grundlagen zur Blitzlichtfotografie mit Canon-Kameras. Ihr wisst nicht, was die Begriffe Schlitzverschluss, Blitzsynchronzeit, Verschlussvorhang, Highspeedsynchronisation und E-TTL bedeuten? Dann mal auf zum Lesen – hier findet ihr die Antworten!

Im Weiteren werden die einzelnen Canon-Systemblitzgeräte (wer meint, dass hier auch ein wenig Werbung für Canon dahinter steckt, mag nicht ganz falsch liegen), aber auch Zubehör anderer Hersteller vorgestellt, wie Vorsätze, Softboxen, Reflektoren u.a.
Jetzt geht es aber ans Eingemachte! Endlich Fotopraxis! In den weiterführenden Kapiteln könnt ihr euch endlich von der Vielfalt der kreativen Möglichkeiten der Blitzlichtfotografie begeistern lassen. Es werden die Besonderheiten des Blitzens in den verschiedenen Automatik- und manuellen Modi näher erklärt und anhand von vielen mitreißenden Bildern der Bildautorencrew authentisch verdeutlicht. Schwierige Fälle, wie Mischlichtsituationen, Sportfotografie mit Blitz und Fotografieren mit Blitz in der Dunkelheit werden hier genauestens erörtert, wie auch das Blitzen in der Natur- oder Konzertfotografie.


Zum Schluss runden noch zwei Kapitel das Buch ab. Das vorletzte Kapitel ist dem Blitzen mit mehreren Geräten (Master-Slave-Modus) gewidmet und ganz am Ende werdet ihr noch auf die Situationen hingewiesen, bei denen ihr den Blitz dann doch lieber sicher eingepackt in der Fototasche lasst.

Zur Übersicht noch einmal das Inhaltsverzeichnis:

  • Fotografische Grundlagen
  • EOS-spezifische Grundlagen
  • Blitzmethoden
  • Blitzgeräte
  • Blitzen in verschiedenen Programmen
  • Kreatives Blitzen in der Fotopraxis
  • Blitzen mit mehreren Geräten
  • Es muss nicht immer Blitz sein

Aufbau und Layout

Das Buch liegt gut in der Hand. Die Kapitel sind sinnvoll angeordnet und bauen letztendlich aufeinander auf. Die Texte sind passend gegliedert, nicht langatmig und flüssig zu lesen. Es gibt viele Grafiken und Tabellen zur Verdeutlichung, kleine Hinweisfelder am Rand, die Wichtiges hervorheben und über das gesamte Buch verteilt finden sich viele ausgezeichnete Fotos mit allen wichtigen Aufnahmedaten, die euch - genau wie mir – sofort Lust machen werden, Kamera und Blitzgerät in die Hand zu nehmen und das neue Wissen in die Praxis umzusetzen.


Pluspunkte

Insgesamt eine gelungenes Buch zur Blitzlichtfotografie, dass keine Fragen offen lässt und mit vielen Punkten überzeugt. Es ist meiner Meinung nach sein Geld wert. Pluspunkte: Stabiles Hardcover, ansprechendes Layout, viele tolle Fotos und Grafiken sowie Tipps und Tricks für die Alltagspraxis. Zusammenhänge werden verständlich erklärt. Kann sowohl zur interessanten Lektüre, als auch zum regelmäßigen Nachschlagen dienen.

Minuspunkt

Einziger Nachteil: Das Buch bezieht sich in vielen Punkten auf die Arbeitsweise der Kameras und Systemblitzgeräte von Canon. Produkte andere Hersteller werden im Buch nur ausnahmsweise erwähnt. Wenn Ihr also beispielsweise mit dem Nikon-, Olympus-, Pentax- oder Sony-System oder anderen arbeitet, sind viele Passagen für Euch einfach nicht zu gebrauchen. Dennoch lässt sich selbst dann noch vieles Neues zur Blitzlichtfotografie lernen.

Zusammenfassung

Ich persönlich habe viele neue Erkenntnisse beim Lesen gewonnen. Ich sehe das Thema Blitzlicht nicht mehr nur als Anhängsel, sondern ich weiß jetzt, dass ich meine kreativen Fähigkeiten dank des Blitzens enorm erweitern kann. Ich weiß, dass ich mit einem Blitz überaus kreativ sein kann und dadurch merklich bessere Bilder machen kann. Und zu guter letzt stelle ich fest, dass mir das Ganze auch noch extrem viel Spaß macht! Ich kann die Eingangsfrage also positiv beantworten: Heute schon geblitzt? Ja!